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Mir gehts nicht besonders. Der tag war schön, auch das wetter war gut. Aber jetzt, seit etwa einer halben stunde bin ich nur am grübeln. Ich habe einen brief herausgesucht. Den habe ich im Januar geschrieben. Und nicht abgeschickt. Ich hab mich nicht getraut. Heute stimmt immer noch, was ich damals geschrieben habe. Und ich traue mich immer noch nicht, ihn abzuschicken. Die situation erinnert mich an meine erste Liebeserklärung. Das war es für mich jedenfalls. Und allein der gedanke daran, wie das ganze dann ausgegangen ist, verursacht mir schon wieder herzschmerzen.

 

 

125 Epilepsie, mal wieder

Ich möchte heute noch mal ein wenig über meine Epilepsie sprechen. Und welche Auswirkungen sie hat.

Ich bin ja jetzt seit einiger Zeit mit zwei Medikamenten eingestellt, die aber nicht mehr so gut wirken. Jedenfalls bemerkte ich schon Ende Oktober vorigen Jahres, daß ich vermehrt Anfälle habe. Ob das vielleicht daran liegt, das das eine Medikament mich nicht so müde macht wie ein früheres und ich einfach mehr Anfälle registriere, die ich vorher einfach nicht bemerkt habe? Möglich. Jedenfalls hat mein arzt mich zu einem Videomonitoring ins Krankenhaus geschickt. Ich glaube, darüber habe ich schon berichtet. Das Ergebnis ist, daß ich ein weiteres Medikament bekommen habe. Das hat aber keine Wirkung gezeigt. Deshalb hat man mir vorige Woche den Vorschlag gemacht, entweder wiederum ein anderes Medikament zu versuchen oder an einer Studie  teilzunehmen. Dabei geht es um ein neues Mittel, das zur Zeit noch gar nicht auf dem Markt, das heißt in der Apotheke,zu haben ist. Ich dachte mir, ob ich nun ein Medikament, das schon länger erprobt ist, ausprobiere oder eine gänzlich neue Substanz bleibt sich ja gleich. Die antiepileptische Wirkung ist ja bereits bekannt. Nur ob und welche Nebenwirkungen auftreten (können), weiß man nicht. Daher soll das Medikament in einer Langzeitstudie weiter getestet werden. Ob und welche Nebenwirkungen bei dem „alten“ Arzneimittel bei mir auftreten ist ja auch nicht gewiss. Jeder Patient reagiert unterschiedlich. Um nur mal ein paar bekannte Beispiele zu nennen; es können auftreten:

Müdigkeit, Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme, Aggressivität, Depressionen, vermehrter Nachtschweiß, sexuelle Unlust, Hautprobleme (Pickel, fettige Haut, trockene Haut, Pusteln), Verdauungsstörungen.

Also alles mögliche. Und das alles wegen der Medikamente. Viele werden sich jetzt fragen, warum nimmt man dann das Zeug? Weil die Anfälle, je nach Art, noch weit gravierende Auswirkungen haben können.  Es besteht eine erhöhte Unfallneigung. Anfälle können lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Dagegen sind Entzug der Fahrerlaubnis und Schwierigkeiten bei der Suche nach Ausbildungsstellen oder Arbeitsstelennoch gering. Weiterhin besteht eine erhöhte Neigung zu Depressionen, die bis zum Suizid gehen können. Auch treten unerklärliche Todesfälle gehäuft auf. Der Fachbegriff heißt SUDEP (SUdden Death by Epileptic Persons). Gott sei Dank treten diese Nebenwirkungen nicht alle gleichzeitig und bei jedem Erkrankten auf. Vorkommen können sie allerdings alle. Dennoch sind Epileptiker unter der Voraussetzung, sie sind gut eingestellt,in der Lage, am normalen Alltag teil zu nehmen. Wie beispielsweise ein Diabetiker oder Hypertoniker auch.

Und auch deshalb nehme ich an der Studie teil. Um mitzuhelfen, bei der Entwicklung eines Medikaments, das eventuell nicht so problembehaftet ist, wie die heute bekannten Arzneien.

Ich hoffe, nun nicht zu viel Horrorgeschichten verbreitet zu haben. Und ich hoffe auch, daß der/die eine oder andere sich etwas mehr darüber klar wird, was es heißt, an Epilepsie erkrankt zu sein.

Einen schönen Abend noch.

 

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Die Fragezeichen stehen zurecht da oben. Ich hatte nämlich eine seltsamen Traum. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag zwar schon, aber er beschäftigt mich immer noch. Nicht nur, da ich sehr selten träume, jedenfalls erinnere ich mich selten daran.

In diesem Traum hatte ich fürchterliche Angst. Ich war mit Sonja zusammen, als ich einen Anfall hatte, nicht lang, aber ich wurde sehr müde. Im Traum habe ich mich also hingelgt und muß wohl kurz eingeschlafen sein. Ich schaute auf und sah, wie Sonja aufstand und ging. Und da habe ich diese schreckliche Angst bekommen. Davor daß sie nicht mehr wiederkäme und ich wieder allein  wäre.

Wie würdet ihr das verstehen? Daß ich einfach Angst vor dem alleinsein habe, oder daß ich Angst habe, Sonja zu verlieren. Denn nichts deutet auf Letzteres hin. Ich bin mir so unsicher, jetzt noch, nach zwei Tagen.

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Ist zwar schon ein paar Tage her, genau 2, da hab ich wieder etwas schönes erlebt. Kommt anderen vielleicht nicht so vor, aber ich hab mich unheimlich drüber gefreut.

Vor einigen Wochen hat nämlich ein Onkel von Sonja sie zu seiner Geburtstagsfeier am Karfreitag eingeladen. Und mich gleich mit. Wir hatten ihn mal in einem Cafe getroffen.

Es waren natürlich jede Menge andere Leute da, die mich nicht und die ich nicht kannte. Und Sonja hat mich als ihren Freund vorgestellt. Bin gleich mehrere Zentimeter gewachsen, also innerlich.  Einige mögen das möglicherweise für nicht so wichtig halten, aber für mich ist es schon wichtig..

Das musste ich mal loswerden. Wünsche Euch dann noch einen schönen Ostermontag.

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Ich will mal etwas angenehmes von mir berichten. In der letzten Zeit sind mir einige gute Dinge passiert. Zum Einen ist, wie so oft um diese Jahreszeit, die Tage länger geworden. Will heißen, es ist länger hell. Das hebt meine Stimmung. Zum Anderen treffe ich mich ofr mit Sonja.  Es sind immer schöne stunden, die ich mit ihr verbringe.Und ich freue mich auch schon auf den Tag im Zoo, den sie mir zum Geburtstag geschenkt hat.

Ja, mir gehts im Moment gut. Und das wollte ich halt mal sagen. Nicht immer nur negative Sachen. Man soll auch das Schöne im Leben nicht einfach zur Kenntnis nehmen, sondern mit anderen teilen.  Auch, wenn es nur ein paar Sätze sind. Wünsche euch alles Gute.

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Ich muß mich mal entschuldigen. Bei den vielen, die auf wordpress schreiben und deren Beiträge ich nicht alle lesen kann, obwohl sie es verdienen. Ich habe gerade einen Blog entdeckt, der mich sehr angesprochen hat. Ich will ihm folgen, den er behandelt ein Thema, das mich interessiert. Ich weiß aber jetzt schon, daß ich ihm nicht die Aufmerksamkeit schenken kann, die er verdient. So wie einige andere auch. Ich habe einfach nicht genug Zeit dafür. Dennoch möchte ich mich nicht nur entschuldigen, sondern auch bedanken: für die Unterstützung, den Beistand den ich von euch bekomme.

Danke

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Ich habe jetzt schon einige Tage nichts mehr geschrieben. Und das, obwohl ich in dieser Zeit von wordpress darauf hingewiesen wurde, daß ich bereits ein Jahr hier bin.

Bin ich jetzt ein schlechter Blogger?

Ich lese zwar die Beiträge anderer Blogger und kommentiere auch, aber eigene Beiträge sind selten geworden. Wie seht ihr das. Gibt es im Leben eines Bloggers/in Zeiten, in denen der Drang, sich mit zu teilen geringer wird? Als ich anfing konnte ich nicht genug schreiben. Wollte aller Welt sagen, wie es mir geht. Ich weiß nicht, warum dies weniger geworden ist. Muß ich mir deshalb Vorwürfe machen? Das ich euch vernachlässige? Oder, ja, was könnte noch der Grund sein.